Neues aus der Zahnarztpraxis Hanse.Dental
Lara Hansen, Zahnärztin und Psychologin

13.04.20

Wenn die Seele die Zähne krank macht

Gemeinsam mit Hanse.Dental in Lüneburg auch bei psychosomatischen Schmerzen eine Lösung finden

Stress macht krank. Das ist hinlänglich bekannt. Aber der Dauerdruck belastet nicht nur die Psyche, sondern setzt auch Zähnen und Zahnfleisch zu. Immer häufiger sind seelische Leiden der eigentliche Grund für Erkrankungen im Mund wie Lara Hansen, Zahnärztin und Psychologin, erklärt.

Stress ist ein ständiger Begleiter der Leistungsgesellschaft. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die Zahngesundheit?

Lara Hansen: Dass sich Stress negativ auf Körper und Geist auswirkt, ist längst kein Geheimnis mehr. Aber auch die Zahngesundheit ist von dieser Wechselwirkung betroffen. Die Zähne und die Seele hängen nämlich wesentlich enger zusammen als gemeinhin angenommen wird. Besonders häufig führt Stress zu Bruxismus. So nennen wir Mediziner das unbewusste Knirschen mit den Zähnen. Nicht ohne Grund spricht der Volksmund von „verbissen an eine Aufgabe herangehen” oder „etwas zähneknirschend hinnehmen”. Und das kann fatale Folgen haben. Die Zahnsubstanz wird regelrecht abgeschmirgelt und durch den Druck können sich Risse im Zahnschmelz bilden. Unter Umständen kann ein Zahn sogar brechen. Aber auch andere Krankheitsbilder weisen besonders häufig auf einen Zusammenhang mit Stress hin. Permanenter Druck oder wem die Sorgen über den Kopf wachsen, ist zum Beispiel deutlich anfälliger für Zahnkrankheiten wie Karies und Parodontitis.

Woran liegt das?

Lara Hansen: Zum einen führt Stress zur Beeinträchtigung des körpereigenen Abwehrsystems, sodass sich unerwünschte Bakterien, die sich in der Mundflora befinden, unkontrolliert ausbreiten. Und diesen Prozess verstärken ungesunde Verhaltensmuster in Zeiten hoher Belastung. Aus Zeitmangel wird das Zähneputzen oft vernachlässigt. Und für die Nutzung von Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen fehlt meist erst recht die Zeit. Zudem greifen viele in stressigen Zeiten häufiger zur Zigarette. Nikotin hemmt die Durchblutung der Mundschleimhaut und auch das fördert das Risiko für Parodontitis und Karies.

Inzwischen weiß man, dass nicht nur äußere Faktoren wie Stress, sondern auch psychische Probleme die Zahngesundheit gefährden können.

Lara Hansen: Richtig. Das zeigt sich besonders deutlich in den sogenannten somatoformen Störungen, die uns immer öfter begegnen. Die betroffenen Patienten haben ganz konkrete Beschwerden, für die aber keine medizinische Erklärung oder Ursache gefunden werden kann. Hier handelt es sich oft um eine seelische Störung, die sich in körperlichen Symptomen wie zum Beispiel starken Zahnschmerzen manifestiert.

Wie gehen Sie vor, wenn ein Patient mehr als nur zahnmedizinische Hilfe benötigt, um seine (Zahn)Probleme wieder in den Griff zu bekommen?

Lara Hansen: Wir sehen uns hier absolut in der Verantwortung. Denn uns geht es um mehr, als einfach nur Schäden zu reparieren. Darum setzen wir auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Beratern und Therapeuten, um gemeinsam den psychischen Ursachen für die Zahnerkrankungen auf die Spur zu kommen und entsprechende Lösungswege zu entwickeln – für die Zähne und die Seele.

Ursachen finden!